FRAUENSACHEN im Juli 2025: Umweltbilanz eines Flohmarkts, der zum Secondhand-Event wurde
Die 10 Olchinger Frauen, die seit Jahren als FRAUENSACHEN bekannt sind, konnten am ersten Juli Wochenende ein wahres Secondhand-Event zaubern. Als Teil der Agenda 21 war durch die Unterstützung der Stadt der Sprung in die Räumlichkeiten der Amperschule möglich und das Team konnte mit ihren zahlreichen Helferinnen ein Nachhaltigkeitsfest gestalten, das zu einem Wochenende der Rekorde wurde: Über 500 Frauen stöberten gut gelaunt in den Schnäppchen, probierten an, ratschten, kauften und gönnten sich ein Gläschen Prosecco bei Musik. Am Samstagabend sorgte eine Modenschau mit Models zwischen 14 und 64 für Stimmung und am Sonntagvormittag war die Cellistin Miranda Waldmann-Barritt zu Gast. Zahlreiche zusätzliche Stände boten unter anderem tolle Upcycling-Tascherl, Keramik made in Olching oder handgemachten Schmuck und ein Büchertisch lud zum Schmökern ein.
Bereits am Freitagabend startete das Wochenende mit einem Filmabend: Erfreulich viele Olchinger*innen sahen sich trotz des perfekten Sommerabends den Film „Tomorrow“ an, der zeigt, wie spannend und motivierend ein nachhaltiger Lebensstil sein kann.
Eine erstaunliche Umweltbilanz
Über 2800 Kleidungsstücke und Accessoires wechselten die Besitzerin: Blusen, Röcke, Hosen, T-Shirts, Dirndl, Pumps genauso wie Handtaschen, Turnschuhe oder Jacken. Wenn man davon ausgeht, dass zumindest jedes zweite Stück den Kauf eines neuen Produktes verhindert und der Rest „unnötige Lustkäufe“ waren (die es im Laden aber ja auch gibt!), dann hat FRAUENSACHEN den Neukauf von über 1400 Kleidungsstücken erspart.
Wassereinsparung
Wenn es sich dabei um 1400 T-Shirts gehandelt hätte, dann hätte der Flohmarkt annähernd 3,8 Millionen Liter Wasser eingespart, denn pro T-Shirt muss man mit geringstenfalls 2700 Litern Wasser für Anbau, Produktion und Vermarktung rechnen. (Kommt die Baumwolle aus Regionen, die nicht optimal für den Anbau von Baumwolle sind, können es auch 7000 Liter sein.)
3,8 Millionen Liter Wasser entspechen der Füllung von mehr als 21 000 Badewannen. Oder etwa dem Verbrauch eines Menschen in Deutschland für ca. 83 Jahre. Oder ca. 1,5 olympische Schwimmbecken mit 50 m Länge und 21 m Breite voll.
Wären es 1400 Jeans gewesen, wären pro Jeans ca. 11.000 Liter eingespart und damit in Summe 14 Millionen Liter Wasser. Das entspricht der Füllung von mehr als 5,5 olympischen Schwimmbecken! Oder dem durchschnittlichen Jahres-Wasserverbrauch von fast 117 Menschen in Deutschland.
Wären die T-Shirts oder die Jeans aus Biobaumwolle, so wäre der Effekt deutlich geringer, denn Kleidungsstücke aus Biobaumwolle benötigen für den Anbau deutlich weniger Wasser.
Ca. 10% der globalen CO2 Emissionen entstehen durch den Textilsektor
Für ein einziges T-Shirt entstehen dabei für Produktion und Vertrieb, je nach Berechnung mindestens 7kg CO2-Äquivalente, das macht bei 1400 T-Shirts schon fast 10 Tonnen CO2 Äquivalente. Das entspricht etwa 4 Langstreckenflügen oder 1,5 Erdumrundungen mit einem Verbrenner- Auto oder dem Jahresstromverbrauch von 7 Haushalten in Deutschland. Ginge man von 1400 Jeans aus, so wäre der Effekt vier Mal so hoch.
Einsatz von Chemikalien
Jede Jeans, die Secondhand gekauft wird, spart gegenüber Neuware einiges an Schwermetallen, die für das Färben verwendet werden, Chlor, das zum Bleichen verwendet wird und reichlich Pestiziden für den Baumwollanbau.
Für die Produktion von 1kg Textilien werden bis zu 1kg Chemikalien eingesetzt. 700 Jeans und 700 T-Shirts wiegen zusammen etwa 588kg! Wir können also davon ausgehen, dass der Kauf von 1400 Second-Hand Kleidungsstücken weit über eine halbe Tonne Chemikalien einspart.
Ökologisch sinnvoll Shoppen und dabei Gutes tun
Der Reinerlös, der sich durch die Zuzahlung von je 10% durch die Verkäuferinnen und die Käuferinnen ergibt, geht auch 2025 wieder an soziale Einrichtungen:
1200€ an „JUNO“, einen Münchner Verein, der geflüchteten Frauen eine schnellere Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt ermöglicht (www.juno-munich.org)
1200€ an „Frühchenfee“, einen Münchner Verein, der sich der Unterstützung von Frühgeborenen und Sternenkindern bzw. deren Eltern widmet (www.frühchenfee.de)
600€ an LUA, die Liga für unbezahlte Arbeit ist die erste zentrale Interessenvertretung für alle, die familiäre Care-Arbeit leisten. Als Caregewerkschaft kämpft sie für einen echten Systemwandel (https://lua-carewerkschaft.de/)
Das Fazit von FRAUENSACHEN 2025: Jedes Teil zählt – So geht shoppen für den Klimaschutz kombiniert mit Kunst, Kultur und einer Extraportion Spaß
Das Team freut sich über die tolle Bilanz, möchte sich nochmals herzlich bei allen Helferinnen bedanken!
Quelle für Wassermengen: www. klassewasser.de
Quelle Klimagasemissionen Kleidung: https://www.zdf.de/kinder/cc-lizenzen/videos-122.html
Quelle Chemikalieneinsatz: https://www.focus.de/perspektiven/welt-retten-kolumne/in-kleinen-schritten-die-welt-retten-jeans-sind-riesige-umweltsuender-so-treffen-sie-die-beste-kaufentscheidung_id_10847213.html
Quelle CO2 Mengen Flüge: https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/flug/
Basiswerte: Umweltbundesamt